Es gibt kein fünftes Ziel

"Es gibt kein fünftes Ziel", antwortet Michael Tollivers Navigationsgerät "Carlotta" immer dann, wenn eine Anforderung unlösbar scheint.

 

Mir hat dieser Satz in Armistead Maupins siebtem (und vermutlich letztem) Band seiner Stadtgeschichten so gut gefallen, dass ich ihn inzwischen in meinen Sprachschatz integriert habe. :-)

 

Und ebenso lebhaft, wie dieser eine Satz, sind mir Maupins Protagonisten über die Jahre hinweg ans Herz gewachsen.

Als "Michael Tolliver lebt" vor einiger Zeit erschien, war es mir eine Freude, dem aidskranken Michael nach all den Jahren wiederzubegegnen und nicht nur sein Überleben zu feiern, sondern auch alles, was er erreicht hat.

 

Dazu zählt natürlich auch die Ehe mit seinem sehr viel jüngeren Mann Ben. Eine Beziehung, die geprägt ist von gegenseitigen Verständnis und einer Liebe, die mich fasziniert hat.

Ich empfinde diesen siebten Band als den erotischsten und habe mit Freuden gelesen, wie sich Maupin abermals über scheinbare Tabus hinwegsetzt und uns ein "echtes" Bild seiner Charaktere liefert.

 

Zu sagen, es ginge in diesem Band nur um Michael und Ben ist natürlich Unsinn, denn all jene leben in unseren Leser-Herzen wieder auf, die uns bereits sechs Bände lang in ihren Bann gezogen haben.

 

Das Haus von Anna Madrigal in der Barbary Lane am Russian Hill mag nicht mehr existieren, aber alle die uns dort begegnet sind, leben - irgendwo in San Francisco...und wenn nicht dort, dann in unserer Erinnerung.

 

(Armistead Maupin - Stadtgeschichten Band 7 - Michael Tolliver lebt)

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