Christmas Avenue - Köln's erster schwul-lesbischer Weihnachtsmarkt - Mein Eindruck

http://christmas-avenue.de/de/ 

 

(Fotos ©Hanna Julian 2012)

 

Seit dem 26. November 2012 lädt die Christmas Avenue zum gemütlich-fröhlichen Weihnachtsmarktbesuch ein.

Köln's erster schwul-lesbischer Weihnachtsmarkt gab bereits vorab auf http://christmas-avenue.de/de/ einen Einblick, was geboten wird. Die liebevoll gestaltete Homepage weckte bei mir großes Interesse, und nicht zuletzt die muskalische Untermalung macht richtig Lust, die Christmas Avenue nicht nur virtuell, sondern ganz real zu erkunden.

 

Eigentlich hatte ich vor, gleich am ersten Tag an den geschmückten Buden vorbeizuschlendern und mich von der besonderen Stimmung mitreißen zu lassen. Das hat jedoch aus Zeitgründen nicht geklappt, und so musste ich mich noch bis zum 6. Dezember gedulden.

 

 

Ins Auge fallen sofort die pink leuchtenden Skulpturen. Überhaupt ist der Markt vor allem in den Farben Pink und Silber gehalten. Nun bin ich kein Fan von Pink (ich meine die Farbe, nicht die Sängerin ;) ). Aber das ist natürlich eine Geschmackssache, und als Abgrenzung von den üblichen Weihnachtsmärkten war sie wohl schon fast Pflichtprogramm. 

 

Ich war am frühen Abend dort. So gegen 18.00 Uhr. Was mir auffiel, waren die leeren  Bühnen. Vielleicht geht das Programm erst später los. Vielleicht habe ich auch eine Programmpause erwischt, diesen Eindruck hatte ich jedoch nicht, da die Bühnen sonst vermutlich nicht so dunkel gewesen wären.

 

 

Ich fand es jedenfalls sehr schade, denn das Programm war einer der Punkte, auf die ich sehr neugierig war. 

Ich kann mir die Zeiten aber nicht frei aussuchen, zu denen ich auf dem Weihnachtsmarkt bin, da der Besuch für mich mit einer Anreise verbunden ist ... somit hatte ich halt vielleicht einfach Pech. :(

Auf der Homepage als Programm für den 6. Dezember angekündigt war aber auf jeden Fall der Nikolaus aus Düsseldorf (ja, richtig gelesen) mit einer Special Show. Außerdem das Holland Wochenende mit Goodies für holländische Besucher. Sowie ein Special zu 10 Jahre Blue Lounge (das aber vermutlich dort vor Ort stattfand).  

 

 

Natürlich fragt man sich als Besucher, was diesen Weihnachtsmarkt von den anderen unterscheiden wird. Ich habe vor allem danach Augen und Ohren offen gehalten. Und was - neben dem vielen Pink - sofort ins Auge springt, ist zum Beispiel die Beschriftung der Lebkuchenherzen. Wie auf den Fotos zu sehen. 

 

Die Musik variierte während meines Aufenthaltes zwischen Schlager (war es Roland Kaiser oder Howard Carpendale? Ich weiß es leider nicht mehr so genau) und fetzigem Discosound. Mir persönlich hat weder das eine, noch das andere zugesagt, und obwohl ich mich für wenig romantisch halte, ist es wohl doch auch etwas die heimelige Atmosphäre auf den klassischen Weihnachtsmärkten, die mich in Stimmung versetzt.

Das lag vielleicht auch daran, dass ich von den anderen Kölner Weihnachtsmärkten dieses Jahr wirklich begeistert war! Auch hier habe ich etliche Fotos gemacht, die ich bei Gelegenheit gerne präsentieren werde. Dazu zählt der Markt am Dom, der Kölner Altstadt, der Weihnachtsmarkt am Neumarkt und der am Rudolfplatz. 

 

Aber wir bleiben thematisch noch bei dem schwul-lesbischen Markt im Bermuda-Dreieck zwischen Schaafenstraße und Pilgrimstraße.

Hier bekommt man einen Einblick in die Aufmachung der Stände. Mein Eindruck von den Verkäuferinnen und Verkäufern war ein durchweg positiver. Gute Laune und Spaß gehören in der Christmas Avenue gehören unbedingt dazu!

Und auch beim Toilettenwagen darf die pinke Glitzerfolie nicht fehlen. ;-) Mit 50 Cent für die Benutzung kann man übrigens durchaus leben, finde ich.

 

 

Hier nochmal ein Eindruck von der Beleuchtung und einer weiteren Bühne(?).

 

Die auf der Homepage angekündigten kulinarischen Leckereien habe ich nicht wirklich gefunden. Bio-Bratwurst schon, aber ansonsten habe ich nichts Spezielles ausfindig machen können ... Erwartet hatte ich zumindest etwas Ausgefalleneres als Bratwurst, Waffeln, und Getränke wie Glühwein oder Eierpunsch nach der großen Ankündigung. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren, denn vielleicht war ich auch blind, oder zu satt. ;-)

 

 

 

Bunte Lichtreflexe sorgen ebenfalls für Stimmung ... bei mir persönlich allerdings nicht für eine weihnachtliche.

Hier eine kleine Übersicht mit Buden, Skulpturen und Lichtreflexen.

Mein Gruß geht an die Dame vom Waffelstand. Ich sah leider erst später bei der Bildbearbeitung, dass Sie mir gewunken haben. Daher winke ich nun erst verspätet virtuell freundlich zurück! :-)

Mein Fazit lautet: Wer die Möglichkeit hat, sollte den schwul-lesbischen Weihnachtsmarkt auf jeden Fall besuchen! Da er super zentral, und in unmittelbarer Nähe zu dem am Rudolfplatz gelegen ist, sollte das vielen Besuchern auch möglich sein. Extra für die Christmas Avenue anzureisen, lohnt sich meiner Ansicht nach allerdings nicht.

 

Was die Stimmung angeht, ist er auf jeden Fall vor allem eines: anders!

Und das war natürlich auch der Sinn der Sache!

Ob es gefällt, ist wohl individuell abhängig. Ich persönlich bin sehr gerne in der Kölner Gay-Szene unterwegs, aber ich muss zugeben, dass Weihnachten für mich persönlich nicht schwul, lesbisch oder hetero ist.

 

Ich freue mich auf eure Meinungen! Vielleicht habt ihr ihn ganz anders erlebt, als ich? Vielleicht kann jemand etwas über das Bühnenprogramm sagen? Ich bin gespannt!

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Nie_Wo (Sonntag, 09 Dezember 2012 18:03)

    Warum braucht man eine Ausgrenzung sprich einen NUR s/l Weihnachtsmarkt? Weihnachtsmärkte sind doch für alle da.
    Leute Leute wir sind alles Menschen, wen interessiert den da die sexuelle Ausrichtung außer der Person die mir gerade gegenüber steht mit der man Sex haben will ;-)

  • #2

    Tim (Sonntag, 09 Dezember 2012 21:49)

    Hallo Nie_Wo
    Du hast recht, braucht die Welt schwul-lesbische Weihnachtsmärkte?

    Schwule und Lesben bzw. Geschäftsleute mit dieser sexuellen Orientierung möchten gezielt "ihre" Interessengruppe ansprechen und Gays finden genau hier eben auch Gleichgesinnte, meist in der Hoffnung auf ein Kennenlernen oder ein gemeinsames Glühweintrinken.

    Es geht niemandem um Ausgrenzung oder Ghettoisierung, ganz im Gegenteil. ALLE Menschen sind auch auf dem Gay-Weihnachtsmarkt gern gesehen und so soll das auch sein!

    Ob ein spezieller Weihnachtsmarkt für schwule und lesbische Menschen nun wirklich sein muss, das ist tatsächlich die Frage, die manch einer sich, von außen betrachtet, stellen mag. Ich habe Dir versucht zu erläutern, wie es von jemandem aus dem inneren Kreis gesehen wird ;-) Vielleicht kannst Du was mit meiner Erläuterung anfangen :-)