Amüsante Storys/ Comedy

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Bei den angegebenen Anbietern und Links handelt es sich immer nur um eine kleine Auswahl!

 

Alle Titel sind bei vielen weiteren Anbietern erhältlich.

Weihnachtsk(r)ampf


Turbulente Gay-Story

Miguel plant für seinen Freund Tom und sich das perfekte Weihnachtsfest. Dazu gehören natürlich auch nette Gäste. Dumm nur, wenn die sich als echt schräge Vögel herausstellen.

Ein Beo mit losem Schnabel, ein wehrhafter Weihnachtsbaum und allgemeines Geschenke-Chaos sorgen für turbulente Weihnachtsvorbereitungen.
Ein Weihnachtsk(r)ampf der sich für Miguel trotz aller Widrigkeiten lohnt.


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Schneeflockentanz


Eine turbulente Gay-Lovestory

Can hat es als schwuler Türke wirklich nicht leicht. Als seine beste Freundin Anne ihn bittet, ihren Cousin Jo für ein paar Tage bei sich aufzunehmen, wird das für Can zur echten Herausforderung. Denn Jo ist einfach zu attraktiv und sympathisch, um Can kaltzulassen. Leider ist Jo jedoch hetero, und Can ist gezwungen, seine ganze Selbstbeherrschung aufzubringen. Das klappt manchmal mehr schlecht als recht - und dann ist da noch sein offensiv schwuler Chef Tobi, der Can's Bemühungen praktisch im Handumdrehen torpediert.


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"La Nuit" heißt "die Nacht"

Eine amüsante Geschichte, geeignet für Leser ab 12 Jahren

 

Wer sagt eigentlich, dass Verliebtsein wundervoll sei? Es raubt einem den Appetit, lässt das Herz rumhüpfen wie einen tollwütigen Hasen, und schlaflos macht es auch. Verlieben ist etwas für Hochleistungssportler, die es gewohnt sind, an ihre Grenzen der körperlichen Belastbarkeit zu gehen. Diese und ähnliche überaus kritische Gedanken zum Thema Liebe stoben durch meinen Kopf wie ein gehässiger kleiner Mückenschwarm, der es darauf abgesehen hatte, mir immer wieder dann einen Stich aus banger Nervosität zu versetzen, wenn ich endlich in den Schlaf hinüberzudämmern begann.

Hinzu kam diese bedrückende Fremde, die mein bebendes Herz mit einem Hauch Exotik einhüllte und mir damit jede Hoffnung nahm, es würde seinen Schlag verlangsamen, um mir die nächtliche Auszeit zu gönnen, die ich nach diesem anstrengenden Tag so dringend benötigte.

 

Mein Blick fiel auf die grüne Tapete, die ich zwar inzwischen kannte, was sie aber nicht schöner machte. Die riesigen Blumen darauf erdrückten den Raum in künstlicher Natürlichkeit, was zugegebenermaßen wie ein Paradoxon klingt. Und vielleicht ist es ebenso paradox, dass eine Emotion wie die Liebe einem das Gefühl geben kann, krank zu sein.

Ich lauschte und hörte meine Zimmergenossin leise schnarchen. Ich mochte sie nicht besonders. Ihr Name war Monique und sie war Französin. Von allen Austauschschülerinnen hatte ich die Schlimmste erwischt, davon war ich überzeugt. Eine schreckliche Streberin, die besser Deutsch sprach, als ich Französisch ... wozu wohl nicht viel gehörte, wie ich mir eingestehen musste. Zumindest konnte sie schlafen, während ich wachlag und ihre überdimensional großen Blumen zählte, weil es an Schafen auf der Tapete mangelte. Wie konnte man nur in einem solchen Zimmer leben? Nein, ich ließ kein gutes Haar an Monique, aber eines musste ich ihr lassen ... ihr Cousin war verdammt heiß! Und wieder machte mein Herz einen wilden Hüpfer, sprang in meiner Brust umher, als wolle es mal eben von draußen in meinen Körper hineinschauen. Bei der Erinnerung an Oliver rauschte eine chemische Mischung durch meine Adern, die sich anfühlte, als habe mir jemand starken schwarzen Kaffee direkt in die Vene injiziert.

 

Ich war nicht besonders begeistert gewesen, als Monique mir mitgeteilt hatte, dass wir auf ein Fest gehen würden, das im Gemeindehaus stattfand und unter anderem ihre ganze Familie anwesend wäre. Das war nicht gerade die Art von Feier, auf die ein Teenager versessen war. Das Ganze stellte sich als eine gesellschaftliche Veranstaltung heraus, die von überaus tanzbarer Musik begleitet wurde.

Den Tag hatte ich bereits damit verbracht, mein klägliches Französisch an Mann, Frau und deren Tochter zu bringen, und nun saß genau diese Gastfamilie neben mir und schien sich prächtig zu amüsieren, während ich froh war, dass die laute Musik eine Konversation mit einer deutschen Muttersprachlerin einfach zu aufwändig machte.

 

Erst als Oliver auftauchte, bedauerte ich plötzlich, dass ich nicht schon ein paar Jahre Französischkenntnisse mehr auf meinem noch jungen Buckel hatte, doch ihn schien meine Sprachlosigkeit nicht sonderlich zu stören. Blicke sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte und sein Blick sagte mir, dass er für die großgewachsene deutsche Gastschülerin etwas übrig hatte.

Und als ich nun, mitten in der Nacht wieder an diesen Blick dachte, bohrte er sich konsequent in meinen Bauch, rumorte ein wenig dort herum, bis er es sich gemütlich gemacht hatte und breitete sich dann mit einer Selbstverständlichkeit dort aus, als sei es völlig legitim, die Füße auf meine inneren Organe zu legen, die eigentlich von einem erholsamen Schläfchen hatten profitieren sollen. Nun jedoch war an Schlaf nicht mehr zu denken, und die großen Blumen lachten mit weit geöffneten Blüten über soviel Herzklopfen, Magengrummeln und Adrenalinmarathon.

'Mon Dieu' – was ja wohl soviel hieß wie 'Mein Gott', das wusste ich immerhin - dämmerte da etwa schon der neue Tag heran? Ging in Frankreich die Sonne früher auf? Andere Länder, andere Sitten ...  vielleicht wurde es ja hier schon um drei Uhr morgens hell. Oder es lag daran, dass Monique keine Rollläden hatte, so wie ich es von Zuhause gewohnt war, sondern nur dunkelgrüne Vorhänge – ohne Blumen aber daher nicht unbedingt schöner für meinen Geschmack.

 

Ich wälzte mich abermals im Bett herum und schloss die Augen fest. Ganz fest. Und zack war er wieder da – der schöne Oliver und mein Puls legte einen neuen Sprint hin! Meine Aufgeregtheit hatte übrigens einen guten Grund, denn schon am gleichen Tag würde ich ihn wiedersehen! Nachdem wir auf dem Fest zu Stevie Wonders 'I just called to say I love you' getanzt hatten, hatte die Familie den Aufbruch verkündet, dabei wurde der Abend doch gerade erst richtig schön! Man trennte uns länderübergreifende Turteltauben, indem man uns versprach, die Familie von Olivier würde sich bereits am nächsten Tag bei Moniques Eltern zum Besuch einfinden. Ein bisschen viele Leute für meinen Geschmack, und ich war irre nervös weil ich aus der müden Monique nicht herausbekommen hatte, um welche Uhrzeit die Franzosen sich denn üblicherweise gegenseitig besuchten. Vermutlich am Nachmittag, aber wer wusste das schon? Vielleicht würde Olivier schon am Frühstückstisch sitzen und ich spürte, wie mein Herz augenblicklich in Panik raste, weil ich vermutlich ganz verschlafen aussehen würde – kein Wunder, wenn man um drei Uhr morgens liegend einen Puls von Hundertachtzig hatte.

 

Und das Problem war, wenn ich jetzt nicht langsam schlief, würde ich auch morgens um zehn noch verpennt aussehen ... und mittags um drei, wenn der Besuch vermutlich tatsächlich anstand, würde ich wahrscheinlich selig schlummernd auf dem Kaffeetisch zusammenbrechen.

'Très magnifique', flüsterte ich mir selbstironisch zu.

Monique schnarchte laut auf. Vielleicht war sie es nicht gewohnt, in ihrem stillen, blumengeschwängerten Zimmer nachts Austauschschülerinnen mit schlechtem Französisch vor sich hinmurmeln zu hören. Einen Moment lang überlegte ich mir, sie zu wecken – wir könnten Vokabeln üben oder ihr Zimmer neu tapezieren. Ich verwarf den Gedanken wieder und konzentrierte mich darauf, einzuschlafen. Ganz fest konzentrierte ich mich...und wurde wieder abgelenkt. 'Merde!' War es nicht furchtbar peinlich, dass die ganze Familie Oliver und mich beobachten würde? 'Qui!' Sogar sehr peinlich! Ich bekam mitten in der Nacht schon Schweißausbrüche bei dem Gedanken und wurde knallrot, was um die Zeit zum Glück im Verborgenen blieb, irgendwo gefangen zwischen durchwachter Nacht und dem auf mich zurasenden endlos müden Tag. Immerhin hatten Oliver und ich uns am Abend ein paar Minuten stehlen können, um uns vor dem Gemeindehaus ein wenig zu küssen. Wenn wir am nächsten Tag würden reden müssen, statt uns küssen zu können, würde es ungleich schwerer werden. Küssen war so schön international – Reden brachte doch nur Probleme mit sich ... und schlechte Grammatik!

 

Im Geiste legte ich mir ein paar unverfängliche Sätze zurecht und stolperte immer wieder über das allseits beliebte 'Voulez-vous coucher avec moi?' - sehr unverfänglich! Mitten in der Nacht erreichte meine Selbstironie scheinbar immer phänomenale Höhenflüge – schade nur, dass ich normalerweise um diese Zeit schlief. Nun aber konnte ich dieses verborgene und etwas fragwürdige Talent in Ruhe genießen, da mir die Ruhe für einen erquickenden Schlaf eindeutig fehlte. Vielleicht sollte ich schon mal alleine damit anfangen, das Zimmer zu tapezieren. Bis zum Morgen könnte ich fertig sein und mir schnell den Tapetenkleister aus dem Haar waschen, bevor ich Oliver küssen würde. Ach nein, küssen käme ja vermutlich bei diesem neuerlichen Treffen nicht in Frage – außer dem obligatorischen rechts-links-auf-die-Wangekuss.

Meine Gedanken begannen sich im Kreis zu drehen. Mit unterschwelligem Erstaunen nahm ich zur Kenntnis, dass dies wohl ein Anzeichen für einen einschlafenden Geist war. Und so war es wohl tatsächlich, denn als ich erneut einen klaren Gedanken fasste, schien die Sonne und ich hörte Monique mit französischem Akzent meinen Namen sagen, und etwas von petit déjeuner sagte sie ebenfalls.

 

Sofort wurde meine Phantasie wieder angekurbelt und ich sprang regelrecht aus dem Bett, um Olivier am Frühstückstisch nicht warten zu lassen. Natürlich war er nicht da.

Und so wartete ich – bis in den späten Nachmittag. Als ich endlich den Mut fasste, Monique zu fragen, wo der Besuch denn bliebe, antwortete sie mir gut gelaunt, dass ihre Tante und ihr Onkel bereits am Vormittag angerufen hätten, um das Treffen abzusagen. Ich hatte mir die ganze Nacht völlig umsonst um die Ohren geschlagen, denn ich sah Olivier niemals wieder.

 

Aber die Erinnerung ist geblieben, und die Gewissheit, dass Liebe einem tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes den Schlaf rauben kann. Monique hingegen sah ich wieder, als sie zum Gegenbesuch nach Deutschland kam. Leider habe ich keinen Cousin, der mit Olivier hätte mithalten können, aber ich habe bis heute den Eindruck, dass Monique durchaus auch mit dem Besuch des Kanzleramtes zufrieden gewesen ist. Ich wünsche ihr, dass sie inzwischen selbst eine durchwachte Nacht hinter sich hat, denn irgendwie hat es doch was für sich, das Verliebtsein.

 

©Hanna Julian

 

Diese Geschichte gibt es auch als Podcast auf goodnewstoday.de

 

http://goodnewstoday.de/gute_nachrichten/2010/06/01/la-nuit-heist-die-nacht/